Auf dieser Seite sind die von Tomas Dratva verfassten «Composer of the Week» Beiträge archiviert. Tomas Dratva stellt Komponist:innen vor, deren Werke für Klavier ihm besonders am Herzen lagen.
Grażyna Bacewicz
05.02.1907, Łódź - 17.01.1969, Warszawa
Grażyna Bacewicz war eine bemerkenswerte und beeindruckende Komponistin. Als Geigerin und Dirigentin ausgebildet, war sie gleichzeitig auch eine ausgezeichnete Pianistin, so spielte sie die Uraufführung ihrer 2. Klaviersonate gleich selber. Bacewicz hat stets ihre Unabhängigkeit in ihrem Komponieren betont. Auffallend ist ihr Stilwandel, den sie im Verlauf ihres Lebens vollzog, der Vergleich ihres Klavierkonzerts von 1949 mit ihrem Konzert für 2 Klaviere aus dem Jahr 1966 verdeutlicht dies, eine Tatsache, die sie auch selber beschreibt: „Ich teile mein Musik in drei Perioden ein: 1) Jugendzeit - sehr experimentierend, 2) was man hier unangebrachterweise neoklassisch nennt aber in der Tat ato
READ MORE »Tomi Räisänen
* 02.06.1976, Helsinki
Die Musik von Tomi Räisänen ist geprägt von grosser Vielfalt, einem riesigen Reichtum an Farben und Rhythmen und einem konsequent auf jedes Stück zugeschnittenen Formempfinden. Der vielfach ausgezeichnete Komponist öffnet mit seiner packenden und fantasievollen Musik den Interpreten ein grosses Feld für ganz unterschiedliche emotionale Aggregatzustände und poetische Allusionen.
READ MORE »Henri Dutilleux
22.01.1916, Angers - 22.05.2013, Paris
"Le travail de composition est quelque chose de très secret." ("Der Akt des Komponierens ist etwas sehr geheimes") Henri Dutilleux (Zitat: Interview über seine Ehefrau Geneviève Joy; Quelle: www.ina.fr) Henri Dutilleux gehört zu den wichtigsten französischen Komponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine frühe Musik ist geprägt von noch neoklassizistischer Verspieltheit und Lockerheit während die späteren Werke einen tiefen Reichtum an Klangfantasie vermitteln. Zu seine wichtigsten Kompositionen für Klavier gehören seine frühe Klaviersonate (1948) welche von seiner Ehefrau, der grossartigen Pianistin Geneviève Joy uraufgeführt wurde, die 3 grossen Préludes (1973/77/88) und die „F
READ MORE »Beat Furrer
* 06.12.1954, Schaffhausen
"Das Komponieren ist ein Umkreisen eines Zentrums, das man nicht ganz erreicht. Am Ende bleibt eine Unzufriedenheit - das ist dann das nächste Werk." "Kunst ist Welterfahrung, ist Erkenntnis, ist emotionale Bildung. Dazu braucht es aber auch das Bewusstsein, dass man manches einfach noch nicht verstanden hat. So geht es mir ja auch. Und das betrifft nicht nur die Neue Musik. Auch Mozart wird man nie ganz verstehen." Beat Furrer (Zitate: Interview mit Maria Scholl für APA, Quelle: www.oe1.orf.at) Beat Furer erforscht Musik in all ihren Klangräumen und Ausdehnungen. Jedes Werk entsteht neu aus einer Haltung des Erkundens von unbekannten Möglichkeiten. Das Klavier ist immer wieder wichtiges The
READ MORE »Luciano Berio
24.10.1925, Oneglia - 27.05.2003, Roma
"Die Wahrheit, über die wir nicht reden können, müssen wir singen, sie mit Musik aussprechen." "Unser Verhältnis zur Musik muss in gewisser Weise offen bleiben. Das ist das Privileg der Musik, sich nicht formalisieren zu lassen, nicht in einem bestimmten Verfahren, in einer bestimmten Weise gefangen zu sein ." Lucian Berio Für Lucian Berio ist Musik eine Idee, die körperlich erlebbar wird. Sein Blick auf die Musik ist immer kompromisslos in die Zukunft gerichtet. Zu Luciano Berios wichtigsten Klavierwerken gehört die späte Klaviersonate (2001), die oft gespielten 6 Encores (1965-1990), die Sequenza IV (1966), das Concerto II für Klavier & Orchester "Echoing Curves" (1988-89) und das Konzert
READ MORE »Galina Ustwolskaja
17. Juni 1919, Petrograd - 22. Dezember 2006, Petrograd
„Es ist schwer, über die eigene Musik zu reden ... meine Fähigkeit zu komponieren stimmt mit der Fähigkeit, über mein Komponieren auch zu schreiben, leider nicht überein. Übrigens existiert eine Meinung, daß das eine das andere sogar ausschließt ...“ Galina Uswolskaja Galina Ustwolskaja war eine rastlose Schafferin. Das Elementare und das Einfache ist ihrer Musik genauso eigen wie der irre Ausbruch, der Schrei aus tiefster Seele. Mit eigenwilligen Besetzungen lotet sie neue Klangkombinationen aus. Als Beispiel mögen hierfür die Komposition I für "Dona nobis pacem" (1971) für Piccolo, Tuba und Klavier oder die Komposition III: "Dies Irae" (1973) für 8 Kontrabässe, Holzwürfel und Klavier g
READ MORE »Anders Eliasson
2.04.1947, Borlänge - 20.05.2013, Stockholm
„Die Substanz, die Form, die Gestalt müssen eine Einheit sein! Wenn Sie aufzuteilen versuchen, sind Sie draußen.” "Alle unterschiedlichen Bewegungen sind immer auf die gleiche Basis bezogen, zum grundlegenden harmonischen Fluss. Wenn Sie an einem sonnigen Tag mittags herausgehen, können Sie viele Dinge sehen, unterschiedlichste, überall – doch alles ist bezogen auf die Sonne. Weil die Sonne scheint. Es ist die gleiche Art von Zusammenhängen, wenn wir über Musik sprechen. Über die vielen Geschehnisse, Bewegungen in kürzester Zeit..“ Anders Eliasson (Interview mit Christoph Schlüren, 1996) In seiner Musik fand Anders Eliasson sein eigenes, persönliches „Alphabet“ - so nennt er es selber. Seine
READ MORE »André Boucourechliev
28. Juli 1925, Sofia - 13. November 1997, Paris
André Boucourechliev gehört zu den wichtigen Akteuren der Zeit des Serialismus und der Aleatorik in Paris der 50er bis 70er Jahre. In seinen wichtigsten Kompositionen misst er den Interpreten entscheidende Freiheiten zu und führt sie mit wohldurchdachten Strukturen, Vorlagen und Anweisungen zu eigenen, spontan im Konzert entstehenden Lösungen seiner Musik, die in jeder Aufführung einmalig bleiben. Zu seinen wichtigsten Werken für Klavier zählen sein Klavierkonzert (1975), die 6 Etudes d'aprés Piranése (1975) und die verschiedenen mit Archipel I-V betitelten Werke in diversen Besetzungen. Neben seiner kompositorischen Tätigkeit war Boucourechliev auch als Pianist, Schriftsteller und Musikwiss
READ MORE »Miroslav Srnka
* 23.03.1975, Praha
"Der ganze Reiz der Musikmachens besteht für den Komponisten darin, mit den Interpreten wirklich an der Musik zu arbeiten." Miroslav Srnka Miroslav Srnka hat sich in den letzten Jahren als vielseitiger Komponist einen Namen gemacht. In seinem Œuvre für Klavier nehmen sein Klavierkonzert aus dem Jahre 2012 und sein Klavierquintett "Pouhou vlnou" ("Qu'en vague"/2008) eine besonders wichtige Stellung ein. Im Jahr 2018 war zudem sein Klaviertrio "Emojis, Likes and Ringtones" Pflichtstück im ARD-Wettbewerb. "Du musst eine andere Welt erschaffen, die nichts mit dem zu tun hat, was vorher gespielt wurde." Miroslav Srnka
READ MORE »Fazil Say
* 14.01.1970, Ankara
"Ein Mensch kann nur mit Musik erfüllt sein." Fazil Say Der Pianist und Komponist Fazil Say ist seit Jahrzehnten als grossartiger Virtuose auf den Bühnen der Welt präsent. Schon seit seiner frühen Jugend komponiert er viel Klaviermusik. Ingesamt schrieb er bereits 15 konzertante Werke für Klavier und Orchester sowie zahlreiche Solo- und und Kammermusikwerke. Seine Musik ist geprägt von rhytmisch-jazziger Virtuosität und von viel Klangsinn, Poesie und Expression. "Ich spiele westliche Musik in der Türkei, und im Westen präsentiere ich Stücke, die ich mit Elementen der türkischen Musik geschrieben habe. Also gelte ich als einMusiker, der Brücken baut." Fazil Say
READ MORE »Charles Edward Ives
20.10.1874, Danbury - 19.05.1954, New York
"Es kann nichts Exklusives an substantieller Kunst geben. Sie kommt direkt aus dem Herzen der Lebenserfahrung und dem Denken über das Leben und das lebendige Leben." Charles E. Ives Im Zentrum von Charles Ives’s Klavierwerken stehen seine Klaviersonaten. Berühmt ist vor allem seine Sonate Nr. 2 „„Concord, Mass. 1840-1860“) aus den Jahren 1916-1919. Aber auch seine monumentale 1. Sonate (1915-1916) und die exzentrische „Three-Page Sonata“ (1910-1911) sind ausserordentliche Solowerke für Klavier. In der Klavierkammermusik repräsentieren vier Violinsonaten, drei Stücke für Klavierquintett und vor allem das Klaviertrio (1909/1910, rev. 1915) Ives’ kompromissloses musikalisches Denken. Zahlreiche
READ MORE »Rodion Shchedrin
* 16.12.1932, Moscow
„Das Klavierkonzert war immer mein Experimentierfeld." „Musik für Klavier habe ich mein ganzes schöpferisches Leben lang geschrieben." Für Rodion Shchedrin (Родион Щедрин) als Pianist war das Klavier schon immer ein besonders wichtiges Instrument für seine eigene Musik. Er komponierte unzählige Klavierwerke und bisher insgesamt 6 Klavierkonzerte. Shchedrin verkörpert einen ausserordentlich freien, persönlichen Stil - eine Verbindung zwischen russischer Tradition und vielen Facetten der Moderne. Mit Charme und Ironie aber auch im spielerischen und experimentellen Umgang mit Traditionen entzieht sich Shchedrins Musik allen Kategorisierungen.
READ MORE »Kaija Saariaho
* 14.10.1952, Helsinki
"….die Musik, die wir schreiben, [...] ist die Summe unserer Wahrnehmungen und Erfahrungen." (zitiert nach Klaus Jungheinrich: "Woher? Wohin? Die Komponistin Kaija Saariaho"; Ed. Schott, 2007/1015). Kaija Saariaho ist eine wichtige Stimme der zeitgenössischen Musik. Für Klavier schrieb sie einige wenige Solo-Werke, hinzu kommen jedoch zahlreiche Kompositionen für Gesang und Klavier und Klavierkammermusik. Besonders hervozuheben ist ihr fünfsätziges intensives, leidenschaftliches und farbenreiches Trio für Viola, Violoncello und Klavier mit dem Titel "Je sens un deuxième coeur" .
READ MORE »Albert Roussel
5.04.1869, Tourcoing - 23.08.1937, Royan
Viele namhafte Musikerinnen und Musiker haben Uraufführungen von Albert Roussel gespielt, so etwa Alfred Cortot, Jane Bathori, Robert Casadesus, Serge Koussevitzky, Marthe Dron und Louis Fournier. Die Musik von Roussel behielt eine grosse Wirkung für nachfolgende Komponistengenerationen. Selbst Witold Lutosławski beschrieb den wichtigen Einfluss von Roussels 1. Symphonie auf seine eigene Musik. Für Klavier schrieb Roussel ein eher übersichtliches aber abwechslungsreiches Oeuvre: ein kompaktes, packendes Klavierkonzert (1927), einige Solo-Werke und Kammermusik mit Klavier. Besonders bewegend ist seine kurze Komposition Acceuil des Muses (1920) in memoriam Claude Debussy.
READ MORE »Maurice Ohana
12.06.1913, Casablanca - 13.11.1992, Paris
"Les grandes leçons de musique, ce ne sont pas les musiciens qui me les ont données. Je les ai reçues concrètement de la mer, du vent, de la pluie sur les arbres et de la lumière, ou encore de la contemplation de certains paysages que je recherche parce qu'ils ont l'air d'appartenir plus à la création du monde qu'à nos contrées civilisées." "Die grossen Musiklehrstunden, es waren nicht die Musiker, die sie mir gaben. Ich empfing sie konkret vom Meer, vom Wind, vom Regen auf den Bäumen und vom Licht oder von der Betrachtung bestimmter Landschaften, die ich suche, weil sie mehr zur Schöpfung der Welt zu gehören scheinen als zu unseren zivilisierten Gegenden." Maurice Ohana (zitiert nach www.ma
READ MORE »Ernest Bloch
24. Juli 1880, Genève - 15. Juli 1969, Portland
"Musik sollte, wie auch andere Künste, ein integraler Bestandteil unseres Lebens sein. Jeder Mensch hat das Recht, ihre Schönheit zu teilen. Ich halte es für wichtig, gute, echte Musik zu schreiben, meine Musik." Ernest Bloch Ernest Blochs eigenes Instrument war die Violine. Er komponierte viel Kammermusik vor allem in der Besetzung für Streicher und Klavier. Seine Violinsonaten und die beiden Klavierquintette erfreuen sich nach wie vor grossere Beliebtheit. Dies gilt auch für etliche Werke für Violoncello und Klavier (u.a. Shelomo, Méditation Hébraïque), welche er ursprünglich für Violoncello und Orchester komponierte. Zu Blochs wichtigsten Klavierkompositionen gehören seine Klaviersonate (
READ MORE »Federico Mompou
16. April 1893, Barcelona – 30. Juni 1987, Barcelona
«In Wirklichkeit ist meine Musik die am wenigsten “komponierte” Musik der Welt. Die Ideen kommen mir meist wenn ich abgelenkt bin, viel häufiger als wenn ich mich konzentriere.» «Ich lebe in der Einsamkeit der riesigen Städte. Ich brauche die Stadt». Federico Mompou Der Pianist und Komponist Federico Mompou schrieb ein grosses und einzigartiges Œuvre für Klavier. Selber bezeichnete er die 4 Bände seiner «Música Callada» (1959-1967) als das Werk, welches seinen musikalischen Vorstellungen am deutlichsten entspricht.
READ MORE »Alberto Ginastera
11. April 1916, Buenos Aires - 25. Juni 1983, Genève
Alberto Ginastera hinterliess viele grossartige Werke für Klavier sowie zwei Klavierkonzerte. Sein 1. Klavierkonzert (1961) erlangte nicht zuletzt Berühmtheit durch eine Rock-Adaptation von «Emerson, Lake and Palmer». Bemerkenswert ist auch Ginasteras intensiver Austausch mit Aaron Copland, der sich künstlerisch vor allem in den «Doce preludios americanos» (1944) äussert. Ginastera steht für eine wegführende musikalische Synthese südamerikanischer und europäischer Musikkultur.
READ MORE »Esther Flückiger
* 6.10.1959, Bern
Die Komponistin, Pianistin und Improvisatorin Esther Flückiger erweitert ihre Klavierwerke oft mit Elektronik, Präparationen oder mit zusätzlichen Instrumenten, in den letzten Jahren zum Beispiel mit dem Perkussionsinstrument Hang, dessen Spiel sie meisterlich beherrscht. Jede Komposition Flückigers offenbart einen eigenen fantasievollen und energiegeladenen Kosmos.
READ MORE »Pavel Haas
21.06.1899, Brno - 18.10.1944, Auschwitz-Birkenau
Leider sind die 1944 in Theresienstadt komponierten «Variationen für Klavier und Orchester» von Pavel Haas verschollen. So bleiben der Nachwelt lediglich die Klaviersuite Op.13 und einige kleinere Klavierstücke, Lieder und etwas Kammermusik erhalten. Zwei grossartige Liederzyklen sind besonders hervorzuheben: Die «7 Gesänge im Volkston» und die späten «4 Lieder nach chinesischer Poesie». Sehr oft aufgeführt wird seine beliebte Suite für Oboe und Klavier aus dem Jahr 1939.
READ MORE »Frangis Ali-Sade
* 28. Mai 1947, Baku
"Jedes Mal hilft mir die Musik die Probleme des Lebens zu vertreiben...jedes Mal wenn ich komponiere fühle ich mich so viel stärker, so viel schöpferischer." „Meine Botschaft an junge Menschen: Musik ist das Beste, was Gott uns in unserem Leben geschenkt hat. Wenn Du Musik machst, wenn Du komponierst, bist Du ein wirklich glücklicher Mensch in Deinem Leben!“ Frangis Ali-Sade Unter den vielen Kompositionen für unterschiedlichste Instrumente schreibt Frangis Ali-Sadeh immer wieder auch Musik für Klavier und für präpariertes Klavier, Lieder, Klavierkammermusik und bis anhin zwei Klavierkonzete (wenn wir "IMPROMPTU-CROSSINGS" für präpariertes Klavier, fünf aserbeidschanische Volkmusikinstrument
READ MORE »Frank Martin
15. September 1890, Genève - 21. November 1974, Naarden
“Quand je joue le ‘Polyptyque’ de Frank Martin, je ressens la même responsabilité, la même exaltation qu’en jouant la Chaconne de Bach”. - "Wenn ich Frank Martin's 'Polyptyque' spiele, fühle ich dei selbe Verantwortung, die gleiche Exhaltiertheit wie beim Spiel von Bachs Chaconne." Yehudi Menuhin Frank Martin schrieb ein beachtliches Klavierwerk, zwei Klavierkonzerte und Kammermusik mit Klavier. Sein am häufigsten aufgeführter Klavierzyklus sind sein wunderbaren "8 Préludes", welcher er 1947/48 für den Pianisten Dinu Lipatti schrieb. Leider verstarb Lipatti bevor er die Prélude aufführen konnte.
READ MORE »Joaquín Turina
9. Dezember 1882, Sevilla - 14. Januar 1949, Madrid
Joaquín Turina komponierte sein ganzes Leben lang für Klavier. Sein enorm grosses Klavierwerk beginnt mit dem Klavierquintett Op.1 und endet mit den drei Klavierstücken für den kleinen Zyklus "Desde mi teraza" Op.104 aus dem Jahr 1947. Dazwischen liegen über 80 Werke für Klavier solo, Klavierkammermusik und Lieder.
READ MORE »Germaine Tailleferre
19. April 1892, Saint-Maur-des-Fossés - 7. November 1983, Paris
Germaine Tailleferre war eine aussergewöhnlich inspirierte Komponistin, die über viele Jahrzehnte ihrer eigenen, sinnlichen Sprache treu blieb. In jungen Jahren gehörte sie als einzige Frau dem «Groupe des Six» an. Ihre notorische Bescheidenheit stand der Verbreitung ihrer Musik zu ihren Lebzeiten immer wieder im Weg. Tailleferre schrieb über 30 Klavierstücke (solo & duo), mehrere konzertante Werke und Kammermusik mit Klavier in verschiedensten Besetzungen.
READ MORE »Pascal Dusapin
* Nancy, 29. Mai 1955
"Wenn ich Musik schreibe fühle ich mich wie ein Kraftwerk." (Dusapin) Dusapin schrieb bisher eher wenige aber sehr intensive Kompositionen für Klavier: Die "7 Études" (1999-2001), das Klavierkonzert "A quia" (2002) und das Concertino für Klavier und sechs Instrumente "Jetzt Genau!" (2012). "Ich schreibe Musik nieder sonst vergesse ich sie." (Dusapin)
READ MORE »Ervín (Erwin) Schulhoff
Praha, 8. Juni 1894 - Wülzburg, 18. August 1942
"Die Kunst an sich ist der Ausdruck gesteigerter menschlicher Sehnsucht, das Kunstwerk als solches die Explosion eines gesteigerten Empfindens. Absolute Kunst ist Revolution." Ervín (Erwin) Schulhoff Ervín Schulhoff wirkte als schillernder Komponist zwischen Dadaismus und Zwölftontechnik, zwischen Jazz und tschechischer Tradition. Subtil zwischen Humor und Tragik balancierend war er ein Brückenbauer zwischen den Stilen. Er schrieb auch politische Musik, unter anderem das "Kommunistische Manifest" für Chor und Orchester. Als jüdischer und kommunistischer Künstler wurde Schulhoff von den Nationalsozialisten verfolgt. Er starb in einem Konzentrationslager in der Nähe von Dachau und geriet lange
READ MORE »George Antheil
Trenton, 8. Juli 1900 - New York City, 12. Februar 1959
"Die Zeit ist die Leinwand für Musik, viel mehr als die Ebenen der Tonalität, Atonalität oder gar keiner Tonalität". George Antheil, 1950 George Antheil schuf 1925 mit dem Ballet mécanique - " Ballet pour Instruments Mécaniques et Percussion" - ein aussergewöhnliches Werk für 16 Pianolas und Schlagzeugensemble, welches bei der Uraufführung in Paris für einen riesigen Skandal sorgte. Der "Bad Boy of Music" schrieb sein ganzes Leben immer wieder für Klavier. Ein faszinierendes Dokument ist seine eigene Aufnahme seiner "Valentine Waltzes" aus dem Jahre 1949. Dies ist die einzige erhaltene Klaviereinspielung des Komponisten selber.
READ MORE »Elisabeth Lutyens
London, 9. Juli 1906 - London, 14. April 1983
«Heute sind nur wenige Komponisten gesegnet, den künstlerischen Erfolg so mit tiefer Demut zu verbinden wie Lutyens es tat. Sie sagte oft, es sei Arbeit an sich, die ihre Phantasie anrege. Diese Haltung äussert sich in ihrem grossen, ausserordentlich vielfältigen Œuvre. Es bleibt zu hoffen, dass auch zukünftige Generationen ihre grossartige Musik schätzen werden und dabei Freude und Trost finden in Lutyens' einzigartigem, künstlerischen Kosmos.» Robert Saxton, 1996
READ MORE »Elena Firsova (Фирсова)
21.05.1950 Leningrad
„Gewöhnlich aber bedeutet Komponieren für mich Selbstvertiefung, Berührung mit der Schönheit, Verbindung zur immateriellen Welt. Die Komponisten – natürlich nicht alle – haben viel mit Priestern und Gärtnern gemeinsam.“ Elena Firsova
READ MORE »Sergej Tanejew
13.07.1856, Wladimir - 06.07.1915, Djutkowo
Tanejew ist bekannt als Kompositionslehrer u.a. von Rachmaninoff, Glière und Scriabin. Er komponierte selber viel für Orchester, Chor und Streichquartett. Sein Klavierquintett Op.30 und Klaviertrio Op.22 bleiben bis heute beliebte Kammermusikwerke. Das Präludium & Fuge gis-moll Op.29 aus dem Jahre 1910 ist seine bekannteste Komposition für Klavier solo ist.. Sehr hörenswert! Tanejews Klavierkonzert wurde erst im Jahre 1998 uraufgeführt.
READ MORE »Wilhelm Killmayer
21. August 1927, München - 20. August 2017, Starnberg
21 August 1927, München - 20 August 2017, Starnberg "Paradies ist das Gegenstück zur Verlassenheit, ist Zusammensein." "Musik hat nichts mit dem äußeren Leben zu tun, sondern mit dem inneren Leben. Nicht das Beabsichtigte spiegelt sich, sondern das, was der Schaffende selbst ist. Das Unbeabsichtigte, Unterbewußte wirkt." Wilhelm Killmayer
READ MORE »Vítězslava Kaprálová
24.01.1915 Brno - 16.06.1940 Montpellier
Kaprálová hinterliess trotz ihrem frühen Tod ein gewichtiges Klavierwerk. Ein atemberaubendes Klavierkonzert sticht besonders hervor. Viele weitere Solo-Werke, Lieder und Kammermusik mit Klavier runden ihr Schaffen ab.
READ MORE »Francis Poulenc
07.01.1899, Paris - 30.01.1963, Paris
Ein Komponist mit einem riesigen Œuvre für Klavier - Poulenc schrieb ca. 40 Werke für Klavier solo, 4 Klavierkonzerte, mehrere Werke für 2 Klaviere/Klavier 4händig, ein Dutzend Kammermusikwerke und über 100 Lieder. Zu den wichtigsten Lyrikern, die er mit seinen Liedern vertonte, gehören Guillaume Apollinaire, Paul Éluard, Louise de Vilmorin, García de Lorca, Robert Desnos und Jean Anouilh.
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