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Tomas Dratva im Profil, im Fensterlicht

Tomas Dratva · Pianist · 1968–2025

Zwischen 1994 und 2026 sind achtzehn Aufnahmen entstanden – als Solist, als Kammermusiker, auf fremden Labels und zuletzt auf seinem eigenen.

Diese Seite folgt ihnen.

Drei Abschnitte: Kammermusik. Entdeckungen. Ein eigenes Label.

I

Der Kammermusiker

1993–2010

Cover: Andrea Formenti – Contemporary Music for Alto Saxophone

1994 · Die erste Aufnahme

Andrea Formenti – Contemporary Music for Alto Saxophone

Musik für Altsaxophon und Klavier mit Andrea Formenti – Schweizer und italienische Werke, darunter Uraufführungen von Nadir Vassena, John Wolf Brennan und Andreas Pflüger.

1993 · Basel

Trio Animæ

1993 gründet Tomas Dratva in Basel das Trio Animæ – mit Jean-Christophe Gawrysiak, Violine, und Dieter Hilpert, Violoncello. Siebzehn Jahre in unveränderter Besetzung, Hunderte von Konzerten in Europa und Südamerika, über hundert Werke für Klaviertrio.

Klassik

Die grossen Trios: Smetana, Dvořák, Mendelssohn, Arensky.

Tango Nuevo

José Bragato, einer der ersten Weggefährten Astor Piazzollas, schreibt für das Trio exklusiv eine grosse Zahl von Arrangements.

Musik unserer Zeit

Uraufführungen von Vladimír Godár, Nadir Vassena, Pēteris Vasks, Peter Breiner, John Wolf Brennan und Daniel Schnyder.

Das Trio Animæ: Jean-Christophe Gawrysiak, Tomas Dratva, Dieter Hilpert
Die originalen CDs bei Cascavelle, 1996–2003

II

Der Entdecker

2006–2014

Cover: Leopold Koželuch – Piano Concertos Nos. 1, 4 & 5

2006

Leopold Koželuch – Piano Concertos Nos. 1, 4 & 5

Leopold Koželuch, ein Zeitgenosse Mozarts. In Wien und Paris findet Tomas Dratva die historischen Original-Handschriften seiner Klavierkonzerte und rekonstruiert sie mit dem Musikwissenschaftler Vladimír Godár. Die Kadenzen schreibt er selbst.

Weltersteinspielung mit der Slovak Sinfonietta Žilina unter Oliver von Dohnányi.

«Eine Partitur gab es bis zum damaligen Projekt gar nicht.» Tomas Dratva, Brief, September 2019
Cover: János Tamás – Piano Concerto · Early Piano Works

2010

János Tamás – Piano Concerto · Early Piano Works

1965 schreibt János Tamás ein Klavierkonzert, ohne Auftrag. Zu seinen Lebzeiten wird es nie gespielt. Tomas Dratva nimmt sich des Manuskripts an: Uraufführung am 9. Februar 2009 in Boswil, mit dem Kammerorchester Basel unter Paul Goodwin.

Über «Lichtspiel» (1971)

«Das Stück bewegt sich mit Ausnahme der letzten beiden Töne im oberen Register der Klaviatur, eine sehr helle Grundfarbe prägt das klangliche Geschehen.» Tomas Dratva, Booklet OC 750
Cover: Franz Liszt – Années de Pèlerinage, Première Année: Suisse

2011

Richard Wagners Steinway-Flügel von 1876, Haus Wahnfried, Bayreuth.

Zuvor studiert Tomas Dratva in der Russischen Staatsbibliothek in St. Petersburg das Autograph der «Années de Pèlerinage». Es weicht deutlich von den späteren Druckausgaben ab.

Auf Wagners Flügel klingt Liszts Schweiz schlanker und obertonärmer als auf einem modernen Konzertflügel.

Cover: János Tamás – Feuerbilder, Chamber Music

2014

János Tamás – Feuerbilder

Ein zweites Album für János Tamás: Kammermusik, eingespielt mit langjährigen Partnern – Fabio Di Càsola, Mischa Greull, Dieter Hilpert und Alexander Besa.

III

Das eigene Label

2017–2026

PIANOVERSAL
«Ich war es satt, mit zögernden Labelmanagern zu verhandeln …» Tomas Dratva, Brief, August 2017

Im Juni 2017 startet PIANOVERSAL – das weltweit erste rein digital publizierende Musiklabel für klassische und zeitgenössische Klaviermusik.

Cover: Leoš Janáček – Piano Music, Tomas Dratva

2017 · PV 101

Leoš Janáček – Piano Music

Die erste Veröffentlichung: Leoš Janáček. Neben den grossen Zyklen sieben Miniaturen aus seinen letzten Lebensjahren, mehrere kaum eine Minute lang. Aufgenommen im Oktober 2016 im Radiostudio Zürich.

Janáčeks Handschrift: Im Nebel IV, Beginn (zweite Manuskriptfassung)

Handschrift: «Im Nebel» IV, Beginn

Gedruckte Endfassung von Im Nebel IV, Beginn

Wie Janáček die erste Phrase von «Im Nebel» IV überarbeitet hat. Abbildungen aus Tomas Dratvas Text zum Klavierwerk Janáčeks, 2017. Mit freundlicher Genehmigung des Janáček-Archivs Brno.

Der goldene Ring

Sieben Takte vom 7. und 8. August 1928, vier Tage vor Janáčeks Tod – seine letzten überlieferten musikalischen Gedanken.

0

Werke · 570 Komponistinnen und Komponisten

Das PIANOVERSALRegister: Klaviermusik ab 1880, frei zugänglich. Tomas Dratvas Recherchen aus vielen Jahren.

Cover: Esther Flückiger – LUMINESCENCE

2019 · PV 104

Esther Flückiger – LUMINESCENCE

Esther Flückiger, LUMINESCENCE. Tomas Dratva spielt die fünf «Klangsymbole» und «Desert in mood».

2021 – zurück zu den Anfängen.

2021 · PV 106–114

2021 holt Tomas Dratva die Rechte an allen Aufnahmen des Trio Animæ zurück und veröffentlicht sie neu, in neun Bänden. Der neunte ist eine Erstveröffentlichung: die letzte Studioaufnahme des Trios, Oktober 2006.

«… einen wichtigen – wenn auch vergangenen – Teil meines Künstlerlebens.» Tomas Dratva, Brief, Januar 2021
Trio Animæ Vol. 1
Vol. 1 · Smetana & Dvořák
Trio Animæ Vol. 2
Vol. 2 · Ives & Piazzolla
Trio Animæ Vol. 3
Vol. 3 · Mendelssohn & Arensky
Trio Animæ Vol. 4
Vol. 4 · 3 Minutos con la Realidad
Trio Animæ Vol. 5
Vol. 5 · Bragato & Cosentino
Trio Animæ Vol. 6
Vol. 6 · Souls in the Dark
Trio Animæ Vol. 7
Vol. 7 · Short Cuts
Trio Animæ Vol. 8
Vol. 8 · Peter Breiner
Trio Animæ Vol. 9
Vol. 9 · ASTORology
Tomas Dratva am Steinway-Flügel bei der Aufnahme in der Alten Kirche Boswil, 2024

15. Oktober 2024 · Künstlerhaus Boswil, Alte Kirche.

Pachelbel, Hexachordum Apollinis, Druck von 1699: Aria Prima, Variationen 5 und 6

Johann Pachelbel, «Hexachordum Apollinis», 1699. Sechs Arien mit Variationen. Pachelbel liess offen, ob Orgel oder Cembalo. Tomas Dratva nimmt den Zyklus als erste Gesamteinspielung auf dem modernen Konzertflügel auf.

Veröffentlichen kann er sie nicht mehr. Das Album erscheint 2026.

Tomas Dratva, lächelnd

Tomas Dratva · 1968–2025

Aufnahmefoto Boswil: Daniel Scheidegger · Manuskripte: Janáček-Archiv, Mährisches Landesmuseum Brno · Aufnahmen: Jecklin Edition, Oehms Classics, PIANOVERSAL

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